BELLA triste
 
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 Aus: DIE ZEIT vom 24.05.2007

Banden bildet!

Wie Daniela Seel und ihr Verlag KOOKbooks die deutsche Lyrik neu erfindet

VON HUBERT WINKELS

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Um einige Symptome [einer möglichen Gegenbewegung des literaturgeschichtlichen Pendels in Form des KOOKbooks Verlags] zu nennen, gravierende und beiläufige: das erstarkende Interesse an der Lyrik insgesamt; an der alltagsfernen, alltagssprachenfernen Lyrik insbesondere; einer Lyrik, die das Ich einklammert und die Welt-Referenzen gekappt hat, zumal die psychologischen und die politisch-plakativen, die die Natur wieder kennenlernt, die den Prozess der Metaphorisierung zum Exzess steigert. Ja, ja, es bildert schon sehr in der neuen Lyrik.

Dazu einige Änderungen in der Infrastruktur. Viele ambitionierte, keineswegs nur der Lyrik verpflichtete neue Verlage haben sich in den letzten Jahren gegründet, darunter so anspruchsvolle und mutige wie: urs engeler editor, Liebeskind, blumenbar, Tropen, Tisch 7 und kleinere wie Voland & Quist, Verbrecher, Krash Neue Edition, Parasiten Presse, Sukultur und Yedermann. Eine organisatorische Stufe darunter entwickelt sich eine neue Kultur der Literaturzeitschriften, zum einen im Netz, als Blog oder als durchredigiertes Periodikum, aber auch in klassischer Gestalt und gerne mit neusachlich-poetisch klingenden Namen wie Edit, Kritische Ausgabe, Lose Blätter, krachkultur, intendenzen, [SIC], Lauter Niemand, BELLA triste oder sprachgebunden. Anfang Juni wird es ein »Treffen junger Magazine« in Köln geben.

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TREFFEN Poetiken der Gegenwart