![]() | Carl-Christian Elze: ankara, ich dachte Leseprobe aus BELLA triste Nr. 14 |
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Carl-Christian Elze
ankara, ich dachte
ankara, ich dachte
an einen gestürzten engel als mein schnellster gedanke
ging ich vorüber, nur mein kopf blieb stehen
der mann mit dem
maschinengewehr blickte in sich & bewachte
ein gebäude, die fassade
fremdkörperschön
nicht verantwortlich für jedwedes ende, november
erst traumnah rückte mein auge heraus
mit schnappschüssen: tauben
flügel windige federn, verblätterte schultern im staub
gelenkköpfe, die sich berührten, verrührt
im weichen asphalt
der köter, der kaut, mit hängenden zitzen, die schleifen
am bordstein entlang, der fleischige flug
rumpf verdunkelt verschluckt
kein laut, aus der maschine: die verwandlung
in muttermilch
kampf.
anatolische stunde
er hatte die hellblauen augen auf mir
ich vergaß, wer ich war & aß wie sein hund
versunken in brot, trunken vor butter.
wir sprachen ein deutsch hinterm haus
an den hängen, gebrochene sätze von städten
da wo man federn lässt & kinder.
wir gingen rauchend, die jacken voll nüsse
zwischen den bäumen die blicke der kühe sanft
sämig ihren geschmack noch am gaumen.
wir kamen auf feinde zu sprechen, verwundete
stellen im feld, sein gesicht wie ein stein, denn nachts
steigt das wild aus den zedern & scharrt.
wir tranken den çay in die körper wie schlaf
wir schliefen am tisch langsam ein, nur der hund
blieb breitköpfig schwer auf den beinen.